Wer noch mehr Bilder sehen will, die alte homepage mit allen Galerien bis Mitte 2009 ist noch online: boolk.old
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Am Samstag, 31. Juli gibts bei Deutschland Radio Kultur um 15:05 eine Sendung übers Mythodea und Larp:
http://www.dradio.de/dkultur/programmtipp/deutschlandrundfahrt/1210116/

Nachdem ich letztes Jahr auf dem Epic Empires einen Teil zur musikalischen Kulisse beisteuern konnte, werde ich dieses Jahr auf Schwarzbernstein einiges Mehr an Arbeit in die Auswahl von Musikstücken und insbesondere an der Erstellung von Soundkulissen investieren. Wie es bei solchen Dingen ist, da uns die Audioanlage versprochen wurde, ist es nicht hundertprozentig sicher, dass eine tatsächlich im September dort zum Einsatz kommt, aber die Gedanken und die Vorbereitung ist im Vollen Gange, und wenn nicht dieses Jahr, kommt es nächstes Jahr zum Einsatz. Und wenn dann auf unserer Kaer-Morhen-Con, die den Hintergrund der Wiedzmin / Witcher / Geralt – Saga bespielen wird.
Zurück zur Sache. Musik entstammt aus zwei Quellen. Entweder man nimmt fertige Stücke oder man komponiert selbst passende Sounds. Auf fast allen bisherigen Cons, die ich besucht habe, war es meist Filmmusik, die bei der Endschlacht oder bei größeren Kämpfen zum Einsatz kam. Das hat den Vorteil, dass die Musikstücke professionell sind und den Vor/Nachteil, dass die Musik bekannt ist, Assoziationen weckt und das Erlebnis verstärkt … oder einen aus dem IT rausbringt. „Oh, schon wieder Gladiator“. Ich persönlich greife lieber auf unbekannte, aber nicht minder großartige Stücke zurück – ob im Larp (wie auf dem Epic Empires zum Eröffnungs- und Schlussritual eingesetzt) oder im Pen and Paper Rollenspiel.
Momentan beschäftigt mich speziell für ein bestimmtes Con gemachte Musik. Das ging bereits auf dem Epic Empires 2009 gut, nämlich als Musik für das Orakel der Lesath. Dennoch habe ich gemerkt, als die Musik tatsächlich vor versammelter Spielerschar gelaufen ist, dass es noch einiges zu tun gibt. Dies werde ich dieses Jahr auf dem Schwarzbernstein in die Hand nehmen und in den nächsten Jahren weiter ausbauen.

Arbeit an einem Stück für Schwarzbernstein mit der Software Orion Platinum.
Beispiel: Visionsmusik
Um die Spannung nicht vorwegzunehmen, nehme ich als Beispiel eine nicht bei Schwarzbernstein eintreffende Vision. In dieser ausgedachten Vision sehen einige Spieler einen Bärenschamanen, wie er blutend in einer dunklen Höhle zusammenbricht. Aus dem Schatten tritt ein Feuerelementar und stellt seinen Fuß auf ihn.
Wie geht man an diese Situation heran, ohne auf ein tragisches Musikstück zurück zu greifen, oder einige Soundeffekte (Herzpochen, Feuerflackern beim Auftritt des Elementars) mechanisch hintereinander abzuspielen.
Die Grundstimmung ist bedrückend, tragisch, wir befinden uns unter der Erde, also in einer Höhle, es ist dunkel. Wenn der Schamane zuerst auftritt höhren wir einige Tropfsteinhöhlengeräusche. Man nehme einen Sound von herabfallenden Tropfen und lege einen starken Halleffekt, sowie Echo. Sounds findet man mittels der Suchmaschine www.findsounds.com. Vielleicht möchte man ein monotones Synthesizergeräusch hinterlegen, jedenfalls meinem Geschmack entsprechend stark abgestuft und eher im Hintergrund. Wir sind schließlich nicht bei „Der Tag des Falken“. Der Schamane nähert sich den SCs, das Geräusch von Herzklopfen (weiterhin etwas Halleffekt) wird lauter, bis es alles übertönt. In dieser lauten Sequenz mischt man ein fernes Bärenbrüllen hinein (das Totemtier unseres Schamanen ist wütend oder empfindet ebenfalls Schmerzen für seinen Schützling). Schon hier würde ich leise und fast unscheinbar ein Flammenknistern hinein mischen, für den aufmerksamen Zuhörer, sozusagen als Andeutung an den Feuerelementar. Das Herzklopfen endet, vielleicht fügt man das schwere Ausatmen eines Menschen hinzu (findet man ebenfalls bei findsounds.com) und das Knistern der Flammen wird lauter, ebenfalls mit Hall hinterlegt, wir befinden uns immer noch in einer Höhle, lauter, man hört Schritte, vielleicht das Geräusch von Lawa. Wenn der Elementar seinen Fuß auf den Leichnahm stellt, könnte eine SL den Sound von Zischen einspielen, oder man timed es ab, was aber sehr schwer sein dürfte.
Mit einfachen Mitteln hätte man die Vision um teils subtile, minimalistische, aber sehr effektive Sounds erweitert, und das Erlebnis für die SCs definitiv verstärkt.

Sich auf eine Con vorzubereiten ist für mich eine intensive Sache. Ich glaube momentan macht das Vorbereiten und das Ausdenken aller möglichen Dinge für eine Con schöner, als tatsächlich zu spielen, oder wenn man als Orga alles ins Rollen bringt. Das wird sich natürlich beim Start der Con ändern, aber allein die Vorbereitungszeit ist erfüllt mit intensiver Beschäftigung. Momentan bin ich dabei Unmengen an Dokumenten zu schreiben, Musik für bestimmte Szenen zu komponieren und mir zu überlegen, wie gewisse Aspekte des Settings besser dargestellt werden können. Ich bin mir sicher, der aufmerksame Spieler wird belohnt werden, wenn er sich mit der dargebotenen Materie beschäftigt.

Eine LARP Con zum ersten Mal zu veranstalten ist auf alle Fälle eine aufregende und zumindest für mich lohnende Sache. Nachdem wir sehr früh mit der Vorbereitung gestartet haben, beginnt jetzt wieder eine intensive Zeit, 2 Monate vor Veranstaltungsdatum, und die Begeisterung pulsiert durch die Adern. Nachdem ich heute an zwei Kostümen genäht habe, hat mich wieder die Lust am Musik-Machen gepackt und ich habe einen Track, speziell fürs Con, geschrieben. Die Rohfassung gefällt mir und ich bin gespannt, was ich beim Musik-Machen für eine Con, nachdem ich letztes Jahr auf dem Epic Empires die ersten Versuche gestartet habe, noch lernen werde. Dark Ambient Musik für LARPs komponieren ist eine besondere Art Musik zu machen. Ob kurze oder lange Stücke – man ist unabhängig von vorgefertigter Musik und kann Sachen nach eigenen Vorstellungen schaffen. Zum Glück habe ich mir die Fähigkeiten in den letzten Jahren nebenbei angelernt. Neben besonderen Audio-Effekten, um bestimmte Szenen zu starten, habe ich einige fertige für Hintergrundmusik geeignete Stücken gesammelt und auch untereinander arrangiert. Wie auch im Pen and Paper ist mein Ziel auf unbekannte Stücke zurück zu greifen, Musik, die nicht bekannt ist, die dadurch noch mal intensiver wirkt. Ich freue mich schon auf den Einsatz.
Gegen Nachmittag ging es daran Dokumente, Texte und ähnliches zu schreiben, sammeln und auf den Con-Hintergrund teilweise zu übersetzen. Das ist eigentlich das, was ich am besten kann. Da hat mich wieder die Begeisterung gepackt und es sind einige aussergewöhnliche Stücke entstanden. Bin gespannt, wie sie aufgenommen werden.
Ich freue mich auf jeden Fall schon riesig auf Schwarzbernstein!
Mehr Vorbereitungstagebuch-Einträge gibt’s von Rol hier.
Letztens entdeckt. Zeitgenössische Klassik, die sich gut anhört.